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Violent Silence ist ein progressiver “Fünfer” aus Schweden. Ha ! Der klassische Fünfer mit voc, g, b, keyb, dr ? Denkste ! Hier agieren zwei Keyboarder und Gitarren gibt es überhaupt keine.

Eigentlich Ende der Besprechung für einen, der immer “no keyboards – no problems” propagiert (hab ich übrigens auch geklaut, den Spruch, verrat ich später mal…). Aber ich habe ja einen vielsaitigen Musikgeschmack, haha …

Ja, und wer jetzt denkt, zwei Keyboarder, wir schwelgen mal in pompösen 70ger-, Retro- oder Neo-Prog … auch daneben.

Violent Silence kommen auf dieser (übrigens ihrer zweiten ) CD mit groovenden und ordentlich abgehenden Drums, mit einem  kräftigen, manchmal auch verzerrten Bass und bieten modernen Prog, der sich aber durchaus bei den guten alten Zeiten bedient.  Das bestechende Merkmal hierbei ist, dass  einer der Keyboarder sehr häufig perkussive Sachen  (mit Marimba- oder Vibraphonähnlichen Sounds) spielt, die dem ganzen einen ungemein rhythmischen Schub verleihen.  Das hat teilweise schon was von Minimal Music oder auch von Musik, wie sie von vielen Stick-Spielern geboten wird. Darüber läuft dann entweder Gesang oder aber die solistischen Einlagen des zweiten Keyboards. Hierbei kommen dann auch wieder gewohnterer Klänge (Orgel, Minimoog usw.) zum Einsatz.

Das beschriebene Rezept findet sich auf dem Titeltrack aber auch auf dem Longtrack (18:01) des Albums, “Quiet stalker”. Dieser ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass wir weder zuviel Wohlklang noch abgedrehtes Avantgardezeugpräsentiert bekommen. Gerade bei diesem Track gibt es in der “Strophe” eine Gesangmelodie, die sich von Zeile zu Zeile “in harmonischen Halbtonschritten” (es kommt mir immer so vor, ich habe es aber nicht wirklich analysiert) bewegt, was dem ganzen einen etwas schrägen, aber höchst interessanten Touch verleiht, da sich die Gesangslinie ganz anders als erwartet entwickelt. Dafür besticht der “Refrain” dann wieder mit einer Melodie epischer Schönheit, “datt einem datt Hätz aufjeht”.

Sehr interessante und schöne CD, die mir bei jedem Hördurchgang bessser gefällt.

John Scofield steht ja nun seit mehreren Jahrzehnten für einen der faszinierensten, der aktivsten und der individuellsten Gitarristen der Jazz-, Jazz-Rock- und Fuison-Szene. Ob die 80ger Jahre Fusion Sachen (Loud Jazz, Blue Matter, Still Warm), oder das locker groovende A gogo, das sehr moderne überjam oder zahlreiche andere Beispiele. Scofield schafft es immer wieder, neues zu präsentieren und denoch wie Scofield zu klingen. Und das immer in überragender Art und Weise.

Quiet ist nun ein John Scofield Album der anderen Art. John Scoefield spielt hier Nylon String Guitar und damit erklingt er erst mal nicht  in seinem typischen Sound. Dazu spielen Wayne Shorter (sax), Steve Swallow (bass), Bill Stewart und Duduka Da Fonseca (drums). Das ist aber noch nicht alles. Dazu gesellt sich ein von Randy Brecker angeführter siebenköpfiger Bläsersatz mit Hörnern, Flöten, Saxophonen, Bassklarinette und Tuba.

Das alles zusammen ergibt ein ungemein entspanntes Album mit ganz großem Sound-Kino. Anders kann ich das nicht beschreiben. Gearde weil es so außergewöhnlich und für J.S. eigentlich untypisch ist, ist es mein Lieblingsalbum von ihm.

Weitere werde in dieser Reihe aber auch noch besprochen, ist doch J.S. (neben Chick Corea) der einzige Musiker, der mit mehreren Alben in meiner TOP 200 CDs-für-die-Insel vertreten ist.

Suasan Weinert CD’s sind ja immer eine Überraschung. Mal an der E-Gitarre im Quartett (mit Gesang und drums), dann im Trio ohne Gesang, im Akustik-Trio (voc, g, b) oder, wie zueltzt auf Tomorrow’s dream, im Akustik-Duo mit Martin Weinert am Kontrabass. Und genau dieses Akustik Duo gab es gestern abend im A-Trane in Berlin.

Da sind meine Frau und ich dann auch von hier aus hingedüst (immerhin 140 km Anfahrt). Zuerst noch lecker was essen gegangen beim Vietnamesen am Sauvigny-Platz…aber das gehört hier nicht hin. Dann ab ins A-Trane, wo wir zum ersten Mal waren. Ein sehr netter, aber kleiner Laden mit geschätzten 100 Plätzen Gesamtkapazität. Bis 22:15 füllte sich der Laden dann auch mit etwa 50-60 Zuschauern, die ein sehr feines, intimes Konzert erleben durften.

Susan und Martin spielten sich durch das Programm der CD’s Synergy (2002), Dancing on the water (2006), welche allerdings eigentlich mit Gesang ist und dem neuen Album (siehe oben). Susan an der Nylon-String Gitarre, die gelegentlich über das Roland VG-System mit etwas Pad-artigen Synth-Flächen (einer der Sounds hieß Snowhorn  *g*) unterlegt wurde und Martin am Kontrabass. Das waren die Musiker des Abends, wie von Martin auf sehr unterhaltsame Weise mehrfach angekündigt…
Faszinierend die Musik, die auf der einen Seite eine sehr hohe emotionale Dichte und lyrische Qualität aufweist, aber auf der anderen Seite aber den Frickelfetischisten genügend Stoff für herunterklappende Kinnladen bietet (hey, ich spiel seit über 30 Jahren Gitarre und habe ganze drei Basis-Riffs kapiert *g*).
Faszinierend aber genauso die Spielfreude der beiden, selbst in so kleinem Rahmen, oder vielleicht auch gerade deshalb. Ganz zu schweigen vom blinden Verstandnis der beiden.
Sehr witzig mitzubekommen (wir saßen in der ersten Reihe, aber eigentlich saßen da alle Zuschauer…) waren auch die gelegentlichen Freudenausbrüche vokaler Natur der beiden Protagonisten, seien es Martins Ausrufe oder Susans Lacher.

Fazit: Kleine Clubgigs sind immer wieder was feines (ich erinnere mich auch gerne an den Gig von Masha im Wittenberger Irish Pub, aber dazu vielleicht später mal was). Dieser Gig hier war einer der faszinierensten Abende seit langer Zeit.

Schade, dass so etwas nur so ein kleines Publikum geniessen wollte.

Nebelnest ist französischer Prog der  heftigsten Art.  Das Quartett (g, b, key, dr) wird immer mit King Crimson verglichen. Das ist in einigen Bereichen auch der Fall. Der Drummer  klingt wie Bill Bruford (relativ hoch gestimmte Toms und viel Crash- und Chinabecken), der Bass erklingt oft verzerrt (Vergleiche mit KC’s Red drängen sich auf) und auch der verstärkte Einsatz des Mellotrons rufen immer wieder Assoziationen an KC hervor.
Und ebenso wie auf fast allen frühen King Crimson Platten gibt es auch auf der Nebelnest CD Passagen, die irgendwo zwischen Free Jazz und Kakophonie in der Belanglosigkeit herummäandrieren.

Aber: die große Stärke von King Crimson war bei aller Progressivität der Musik das herausragende Gespür für epische Melodien mit hohem Wiedererkennungswert. Ob Epitaph oder Fallen Angel. Die Musik von King Crimson war durchaus songdienlich strukturiert und singbar!
Das ist bei Nebelnest überhaupt nicht der Fall. Es fehlt nicht nur der Gesang, es fehlen eigentlich auch jedwede erkennbaren Melodien (das Wort Hookline nehme ich schon gar nicht in den Mund) und auch erkennbare Songstrukturen wollen mir bei zweimaligem Hören nicht über den Weg laufen.

Wer auf King Crimson steht und zudem auch der Prog Avantgarde zugeneingt ist (z.B. Discus oder Sleepytime Gorilla Museum, wobei beide letztgenannten für mich noch die besseren – weil hörbareren – Alternativen darstellen), der mag hier zugreifen.  Für alle anderen (insbesondere schönklang-gewohnte NeoProggies): Achtung, das hier ist heftige Kost, das hier ist wirklich progressiv.  (Ich denke man hört aus diesem Beitrag deutlich hearus, dass ich mit der Bezeichnung Neo-Prog gewisse Probleme habe, weil ein Großteil dieser Musik in meinen Ohren (zwar durchaus anhörbar, aber) alles andere als progressiv ist.

Billy Cobham, Vieltrommler beim Mahavishnu Orchestra, und seine erste Solo-Platte. Dabei sind Jan Hammer (ebenfalls vom Mahavishnu Orchestra), Tommy Bolin (jaja, der brachte noch mehr Funk zu Deep Purple und spritzte sich dann in die himmlische Endlos-Session) und Lee Sklar (jene Studiolegende, die seit über 30 Jahren auf so vielen unterschiedlichen Produktionen den Bass bedient wie z.B. bei Jackson Browne’s Running on Empty oder Vanessa Carlton’s Be not nobody und aktuell auf der Toto-Tour Mike Porcaro vertritt.)

Ok, auf fast jedem Stück gibt es als Intro ein Trommel-Solo oder einige unwichtige Spielereien auf den E-Drums. Und Track 2 und 5 (für die alten Vinyl-Besitzer jeweils die Mittelstücke auf jeder Plattenseite) sind anders. Eine andere Besetzung (Ron Carter am Kontrabass, ein anderer Gitarrist und zwei Bläser), daher klingt es auch anders, jazziger. Die Stücke sind ok und vielleicht macht es das ganze auch etwas abwechslungsreicher, aber das Besondere an dieser Scheibe sind die vier Nummern des oben genannten Quartetts: Quadrant 4, Taurian Matador, Stratus und Red Baron. Schneidet man den Rest weg, bleiben ganz 21 Minuten Groove-Fusion pur. Kein Jazz, der mit zwei Akkorden pro Takt durch den Quintenzirkel mäandriert, sondern simple Akkordverbindungen. Bei Red baron ist es Gm – C7 und bei Stratus ist eigentlich das ganze Stück in Hm, also einfache Vorlage für modales Improvisieren. Jaja, dann ist es doch wieder Jazz, weil da kommt ein Thema, dann soliert einer, dann kommt wieder das Thema, dann soliert der nächste…..aber halt mit absolutem Schwerpunkt auf dem Groove nicht nicht auf den Akkordwechseln. Und was da soliert wird, ist Spitzenleistung. Tommy Bolin klang nie besser. Insbesondere sein Solo bei Stratus ist Kult. Und wenn Jann Hammer sein Fender Rhodes bei Red Baron durch den Ringmodulator jagt oder den klassischen 70ger Jahre Mini-Moog Sound bringt, dann denke ich immer daran, dass er ein Jahrzehnt später mit seinen Film-Soundtracks (Miami Scheiss äh Vice) zwar viel mehr Knete gemacht haben wird, dafür aber keine Musik mehr….*g*

So jetzt wisst ihr, warum wir mit unserem 2005er Zappa-Jazz-Rock Projekt Red baron und Stratus gespielt haben und das waren imho auch die groovensten (und somit besten) Nummern im Programm.

Upps, schon wieder keine Progressive-Besprechung …….;-)

Deja vu, der Titel kommt einem doch bekannt vor. Richtig, so hieß die zweite Platte von Crosby, Stills, Nash & Young (wobei die erste ja noch ohne Young war). Und dieser Meilenstein (es war eine meiner allerersten Platten überhaupt, nach Deep Purple in Rock und ELP’s Tarkus) wird hier komplett vollkommen neu und ohne Gesang interpretiert. CSN&Y – ohne Gesang? Jawohl, dafür mit unheimlich vielen Gitarren. Was der Haque hier nicht alles spielt? Jazzige E-Gitarre über lockeren Grooves bei Carry on oder Woodstock, 12 string und slide bei dem fast psychedelischen Almost cut my hair, Classical guitar, high strung guitar…..und wieder 12-string auf Our house und 4+20. Dazu mit David Onderdonk noch einen zweiten Gitarristen am Start sowie acoutsic bass, drums, percussion und hier und da noch Gastmusiker. Vielleicht zweifacher Bonus, weil das Material bei mir so nachhaltig gebleiben ist und es definitiv eine Gitarrenplatte ist. Aber auch der Nicht-Gitarrist sollte mal einen Versuch wagen, denn was hier musikalisch geboten wird, ist Extraklasse pur.

Btw: Dafür, dass mein blog bei www.panprogtikum.de gelinkt, sollte ich vielleicht demnächst mal wieder ne Progressive CD besprechen … *g* Ist hiermit versprochen !

Da schreibe ich doch zuletzt (siehe The Crimson Jazz Trio), dass mich Jazz Trios (piano, bass, drums) zumeist langweilen … und nun schon wieder eins. Und dann sogar noch mit Kontrabass. Hier sind es Rachel Z (piano), die ich  nur von dem Projekt Vertú (mit Richie Kotzen, Karen Briggs, Stanley Clarke und Lenny White) kenne, Patricia Des Lauriers (bass) und Bobbie Rae (drums), also eine reine Damen-Kapelle. Und der Untertitel der CD sagt, worum es hier geht: Piano Impressions of Joni. 12 Stücke aus der Feder von Joni Mitchel (u.a. Big yellow taxi, Chinese cafe, Free man in Paris oder Help me) werden hier im Gewand des Jazz dargeboten und auch hier gilt wieder, dass man die Originale nicht unbedingt auf den ersten Blick (häh? gucken wir neuerdings Musik? *g*) erkennt. Es swingt, es groovt, es geht ab und die drei Damen klingen rundweg sehr geschmeidig. Klasse Platte. Dabei hab ich sie erst ein Mal durchgehört.  Piano Trio, meine neue Leidenschaft …

Mann, oh Mann. Das ist nun auch schon wieder über 20 Jahre her. Die erste Begegnung mit Eric Johnson machte ich auf dem zweiten Solo-Album von Steve Morse. Auf einem Stück, “Distant Star” singt Eric Johnson und spielt auch noch das zweite Gitarrensolo. Dieses Stück stellt übrigens sehr gut die unterschiedlichen Stilistiken der beiden Gitarrenhelden heraus. (Nebenbei bemerkt stellt diese Zeit genau den Wechsel meines Lieblingsgitarristen von Steve Morse zu Eric Johnson dar). Hier Steve Morse, der eigentlich immer jede Note anschlägt und sehr viele chromatische Zwischentöne benutzt, dort Eric Johnson, der eher legatomäßig in großen pentatonischen Schritten über mehrere Oktaven übers Griffbrett flitzt. Echter Hörtipp.

Aber wir sind ja nicht bei der CD vom Steve, denn kurze Zeit später erschien das erste Album von Eric Johnson und dort finden wir alles, was diesen Spieler ausmacht. Klasse Akkordarbeit, tolles Songwriting, individueller Gesang (der nicht jedermanns Sache ist) und extrem geile Soloarbeit. Es ist kein wildes Geschredde und auch nicht so extravagantes Zeugs wie Satriani oder Vai. Aber mit dieser CD kam nach vielen Jahren mal wieder der Effekt auf: “Ja, muelrich, so würdest du auch gerne klingen…”
Natürlich habe ich alle Eric Johnson CD’s. Natürlich finde ich das alles klasse. Aber einige der späteren Sachen (z.B. Alien Love Child) auch wierderum nicht wirklich überragend und inzwischen wiederholt er sich auch öfters. Aber seine erste (ebenso allerdings auch das Nachfolgewerk Ah Via Musicom) gehört in jede Sammlung anspruchsvoller Gitarrenmusik.

King’s X ist ein Trio (git, bass, drums). Damit wird harte Giatrrenmusik gemacht, die sich bei Progressive, Metal und Grunge bedient, dies alles aber mit dreistimmigem Gesang, der ein Flair erzeugt wie man es einst von den Beatles kannte. Die Stücke sind auch im wesentlichen in einem Pop-Format gehalten, es werden weder progorientierte Longtracks geboten noch verliert sich die Band in ellenlangen Improvistationen oder Gitarrensoli. Vergleiche fallen an dieser Stelle schwer. King’s X hat einen einzigartigen Sound. Sehr knackig im Gesamtsound ist auch der Bass hervorzuheben. Seit 1998 werden regelmäßig CD’s veröffentlicht. Mein Favorit ist Dogman, ohne dass ich wirklich sagen kann warum.

Band-Tagebuch 2

Jou … es ist vollbracht. Beim Abi-Ball meines Ältesten haben wir gespielt. 5 Stücke. War auch ganz ordentlich. Lediglich der Gesang war zu leise, aber irgendwie war keiner da, der die Gesangsanlage bedienen konnte. Uns hat es Spaß gemacht, auch wenn die Stimmung im Saal noch recht “trocken” war. Naja, egal. So brauchten wir auch nicht unsere (teilweise ungeliebte) Zugabe zum besten geben.
Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht. Konrad geht mal wieder studieren, unser eigentlicher Drummer ist hoffentlich bald wieder gesund und ob unser zweiter Gitarrist noch dabei bleibt, weiß auch noch keiner, insbesondere er selber noch nicht.
Naja, das scheint ja inzwischen der Regelfall zu sein, dass keine Besetzung zwei Auftritte zusammenbleibt …

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