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Vorbemerkungen:

Zum Jahresende gibt es traditionell keine CD des Monats sondern einen Rückblick auf das Jahr und meine persönlichen TOP 15 CDs.
15 CDs auszusuchen aus einer Liste, die jedes Jahr länger zu werden scheint, ist mal gar nicht so einfach. Daher schaue ich, welche CDs was besonderes und überraschendes bereithielten und ebenso, welche CDs bei mir in Dauerrotation liefen. Daraus bilde ich dann meine Favoritenliste. Und mit diesen Kriterien wundert es dann nicht mehr, dass eine CD, die in entsprechenden Kreisen hochgelobt wird, bei mir durchgefallen ist, weil ich sie zum einen nicht wirklich herausragend finde und zum anderen gerade dreimal gehört habe. Liebe Freunde der gepflegten Musik: Steve Wilson ist nicht in der TOP15 Liste !

Und für dieses Jahr bin ich jetzt durch. Knapp verfehlt haben die Ränge:
Josh Smith – Over your Head (das ist zwar toller Blues-Rock im Trio, musste jedoch einer anderen CD aus dem Genre weichen, deren Songs mehr Ohrwurmcharakter haben)
Royal Southern Brotherhood – Don’t look back (diese Band hat mal eben 2 Gitarristen ausgetauscht und klingt trotzdem genau so toll. Ich mag diese Mischung aus Rock, Blues, Soul, Funk, aber das Album ist letztendlich auch nicht herausragender als die beiden vorher)
My Sleeping Karma – Moksha (tolle Musik, bleibt trotzdem zu wenig im Ohr)
Riley Walker – Primrose Green (der Typ ist die Reinkarnation von John Martyn. Wirklich oft gehört habe ich dieses Album , wie so viele andere interessante Sachen, aber auch nicht)
Kamasi Washington – The Epic (ein wahrlich episches Werk und die einzige CDs aus dem Genre Jazz. Hab ich aber auch höchstens 2 mal komplett gehört)
Magic Pie – King for a Day (das ist ein Beispiel für eine tolle CD aus dem Bereich Prog, die es nicht geschafft hat, weil unter den TOP 15 eh schon 10 CDs aus dem Bereich Prog vertreten sind und das ja wirklich reicht)Und so werden es 10 CDs Progressive, 2 mal AOR und 3 mal Blues-Rock bzw. Americana werden.
Und jetzt gehts los:
Platz 15:
Subsignal – The Beacons of somewhere sometime

Die 2. CD Touchstones war die erste, die ich hatte und die ist bis jetzt auch meine Lieblings-CD gewesen. Die erste fand ich nicht so überragend und Nr. 3, Paraiso ist bei mir irgendwie überhaupt nicht angekommen. Und jetzt Nr. 4 und die fand ich dann nach mehrmaligem Hören wieder richtig gut. Das ist sehr abwechslungsreiche Musik, cleane Gitarren wechseln sich mit Bratgitarren ab. Und, sehr typisch für mich dieses Jahr – die Melodien stehen im Vordergrund.

https://youtu.be/GDBq_ir3jnc

Platz 14
Warren Haynes – Ashes & Dust

Warren Haynes ist nicht nur ein toller Gitarrist, dessen Wirken ich jetzt seit 20 Jahren verfolge, ob bei Allman Brotthers, bei Gov’t Mule oder Solo, sonder er schreibt auch klasse Songs. Und das bleiben auch klasse Songs, wenn es mal weder BluesRock noch Soul ist sondern diesmal im Americana-Gewand daherkommt.

https://www.youtube.com/watch?v=k9zfZRxP-Zg&index=1&list=PL9yrufzeyXHFtvFHvFA-gCnmBEKfAPguT
Platz 13
Laurence Jones – What’s it gonna be

Lange Zeit dachte ich, das zweitbeste BluesRock-Album (das beste ist seit Jahresanfang besetzt…..) wäre das von Josh Smith. Während meiner dezemberlichen Rückbesinnung habe ich jedoch festgestellt, dass die Josh Smith sogut wie keine Hooks hat, die mir im Gedächtnis bleiben, während hier auf der LJ-CD fast nur Nummern sind, die haften bleiben. Mein Lieblingssong des Albums ist zwar eher eine Ballade, die gibt es aber bei youtube nicht. Was solls, das hier knallt auch gut:

https://www.youtube.com/watch?v=RFiiIXvEEKc
Platz 12
IZZ – Everlasting Instant

Ja, ich weiß, ich habe zahlreiche Progressive Alben in diesem Jahr aus der Auswahlliste geschmissen, weil es die x-te einer Band ist und die das Progressive-Rad nicht neu erfunden haben. Oder ich die vorige besser fand (nur ein Beispiel: Spock’s Beard).
Hier ist es im Prinzip ja auch so, dass diese Band seit Jahren ihren Stil gefunden hat und jedesmal hochwertige CDs rausbringt.
Aufgrund der tollen Arrangenments insbesondere der Melodien und Satzgesänge, habe ich diese Platte jedoch wesentlich häufiger gehört als viels andere …. (und deshalb ist das die neunbeste Progressive-CD in 2015)
https://www.youtube.com/watch?v=RdQX8MhG7hM

Platz 11
Lex Bronkowitz Orchestra​  – Strictly Gravy

Zappa ist sowieso the best. Und wenn dann seine Musik auf derart kreative Weise arrangiert und interpretiert wird, dann ist das klasse. In der Tube finden sich Liveaufnahmen neueren Datums. Auf der CD, die schon von 2013 ist, ist noch ein Vibraphon dabei, was dann noch mehr an die “gloreiche” Besetzung mit Ruth Underwood denken lässt.
Großes Kino !

https://www.youtube.com/watch?v=lIb45NixxTk

Hallo Freunde der gepflegten Rockmusik. Diesen Monat hab ich wohl zeimlich viel Musik gehört, daher wird es recht lang. Und es war auch verdammt schwer, der “Sieg” fiel sehr, sehr knapp aus.

Die Band Barock Project hab ich vor einiger Zeit im i-net-Radio erstmalig gehört und mir nun mal die aktuelle CD besorgt. Und da ist alles enthalten, was der Prog-Freund so mag: Tolle Arrangements, tolle Melodien, viel Abwechslung und viel Gefrickel. Einfach mal reinhören. An dieser CD stimmt wirklich alles.

Jane Getter Premonition – On landet nur ganz knapp dahinter auf Platz 2. Diese Mischung aus proggigem Jazz-Rock ist ebenfalls total der Hammer. Mit Adam Holzman, Bryan Beller und Chad Wackerman ist eine Spitzenbesetzung an Bord. Und wenn dann Anklänge an Mahavishnu auftauchen, hat man mich eh gewonnen. Sicherlich etwas sperrige Muscke mit hohem Frickelfaktor, aber GEIL !

Aus der Prog-Ecke:

Abstrakt – Limbosis wurden beschrieben als härtere Riverside. Da ist was dran, allerdings kann mich der Gesang nicht wirklich vom Hocker reißen. Daher gut, aber nicht überragend.

Flying Colors – Second Flight Live gewinnt, weil auf DVD auch die Stücke der zweiten Studio-CD zünden. Ich bleibe allerdings dabei: die bessere CD war die erste, weil da fast ausnahmslos Ohrwürmer drauf sind.

Subsignal – The Beacons of somewhere sometime ist tolle Musik in der Schnittmenge von melodiösem Rock und Progressive. Meine LieblingsCD dieser Band bleibt die Touchstones.

Toxic Smile – Farewell. Ich brauche Melodien mit Wiedererkennswert. Hooklines. Erkennbare Songstrukturen. Das wird bei Longtracks alles schwierig. Und ganz schwierig bei einer CD, die nur einen einzigen track mit 42 min. hat. Natürlich ist das eine tolle CD. Aber wenn ich bei Minute 10 nicht mehr weiß, was bei 5 passiert ist und das alle 5 Minuten so weitergeht, dann hat das bei mir keine Chance auf den Monatssieg. (mal am Rande: auch die ganz langen very-long-tracks von den Flower Kings oder Transatlantic haben bei mir nicht wirklich ne Chance.)

Und der “Nicht”-Prog in alphabetischer Reihenfolge:

Adele – 25. Sicherlich im Popbereich eine wohltuende Ausnahme von all den austauschbaren Hüpfdohlen … aber ich mag schlicht und einfach die Stimme nicht. Fertig, Weiter ….

Arnalds & Ott – The Chopin Project betten Pianomusik von F. Chopin in Eigenkompositionen ein. Wobei mir letztere mit ihrem minimal touch sogar noch besser gefallen. Tolle Musik. Sehr ruhig und entspannend.

Richie Arndt – Mississippi. Ich liebe ja die Train Storiesals DoCD mit einer CD Musik und einer als Hörbuch. Das hat der Richie jetzt mit seiner Mississippi-Reise gemacht. Eine CD mit themanbezogener Musik und 2 CDs Reisebericht. Die CD ist auch recht abwechselnungsreich gehalten, tlw. mit Rock- und tlw. mit Jazz-Besetzung. Ich mag nur den Großteil der Songs nicht. Sorry, Richie. Dein Meisterwerk bleibt die CD vom letzten Jahr.

Billy Gibbons – Perfectamundo. ZZ Top, da denke ich an die früheren Platten wie Tres Hombres, Tejas, Degüello, Fandango und somit an die Setliste ihres legendären Rockpalast-Auftrittes. Was danach kam, hat mich nicht mehr so gnadenlos geflasht, obwohl es kommerziell erfolgreicher war. Und irgendwann hab ich die total vom Schirm runter gehabt. Und so höre ich 5 tracks der BG-Soloplatte … und schalte im player weiter …

Jimmy Herring – Subject to change without notice. Das ist ein toller Gitarrist, stilistisch sehr vielseitig unterwegs. Tolle CD.

Eberhard Weber – Hommage. Es ist ein wirklich geniales Konzept, Weber-Musik live zu spielen und dabei Samples seines Spiel zu integrieren, da dieser fantastische und einzigartige Bassist seit seinem Schlaganfall ja nicht mehr spielen kann. Das hört sich auch weitgehend schön an. Allerdings ist die von Pat Metheny aus Weber-Solosequenzen “drumherum” komponierte Hommage bei mir auch nach mehrmaligem Hören Stückwerk geblieben. Und somit ist das zentrale 30-minütige Titelstück dieser CD auch das schwächste. Schade. Da höre ich viel lieber Eberhard Weber – Endless Days, die ich ebenfalls neu reinbekommen habe, da die bei jpc für kleines Geld im Angebot war und in der klassischen Weber-Quartett Besetzung gewohnt tolle Musik bietet.

Leslie West – Soundcheck Leslie West = Mountain. Geile Band, frühe 70ger, Climbing und Nantucket Sleighride ind Top-Alben. Das ist lange her und was da 2015 produziert wurde, wird bei mir auch wahrscheinlich nicht nochmal laufen. Die Coverversionen zünden nicht. Der gesang gefällt mir nicht, das Gitarrespiel auch nicht ….

Zervas & Pepper – Abstract Heart. Wie in der CD-Kritik zu lesen war, klingt das hier sehr nach gepflegtem Westcoast und CSN oder Little River Band Anklänge sind schon sehr deutlich. Insbesondere wenn die männlichen Vocals führen, ähnelt das vom timbre sehr David Crosby. Und das mag ich. Musik, die den Sommer in dieses trübe Wetter bringt. Fein gemacht.

Und das wird es weitgehend in 2015 gewesen sein. Jetzt konzentriere ich mich auf dem Jahres-Poll, sprich die TOP-15 aus 2015.

Lex Bronkowitz Orchestra – Strictly Gravy. Wie es der CD-Titel vermuten lässt, wird hier Zappa gecovert. Mit recht eigenständigen Arrangements. Sehr geil. HÖREN !

21Octayne – 2.0 Die zweite scheint genau s ein Kracher zu sein wie der Erstling.

Caligula’s Horse – Bloom. Progressive Metal mit gelegentlichen Anleihen an Haken. Gut.

Circle of Illusion – Jeremias / Foreshadow of forgotten Realms ist eine Rockoper mit Rockband, Orchester, Chor und drei singenden Protagonisten. Riesige Story, riesig epische Musik, stilistisch sehr vielfältig. Da hat der österreichische Keyboarder Gerald Peter auch jahrelang dran gearbeitet. Wirklich grandios. Was mir lesehilfenbedürftigem älteren Herrn jedoch gewaltig auf den Sack geht. Die abgedruckte Story incl. Libretto ist sooooo klein geschrieben, zudem teilweise auf dunklem Hintergrund. Ohne LUPE (!) geht da gar nix. Schade. Ichhabs jedenfalls noch nicht gelesen, krieg ich Kopp-Ping von *argh*

Echolyn – I heard you listening Wenn ich CDs höre, freue ich mich, wenn mich irgendwas flasht. Eine geile Hookline, tolle Chorarrangements, ein geschmeidiger Bassgroove. Was auch immer. Jedenfalls der Moment, wo ich das Buch was ich gerade lese, zur Seite lege und aufhorche. Vermisse ich hier. Ist keine schlechte Musik, aber bei mir bleibt da nix hängen.

Perfect Beeings – 1 und 2. Geht mir hier genauso. Tolle Musik, stilistisch vielfältig, aber kein spontanes A-ha-Erlebnis.

Queensryche – Condition Hüman gefällt mir meilen besser als die neue Iron Maiden. Punkt.

Rodgau Monotones – Genial Ali Neander und kein Jazz-Rock … *grins* Sehr geile Sachen drauf. das geht gut nach vorne. Einige tracks mag ich nicht, aber insgesamt klasse.

T – Fragmentropy Was der Thomas Thielen da im Alleingang an gewaltigen Werken schafft, ist schon ganz großes Kino. Das ist Breitwand-Cinemascope für die Ohren. Und zum immer-wieder-was-neues-entdecken.
Jochen Volpert – Session 52.2 Ja, die 2, CD vom Jochen. Tolle Songs (ua.a die coolste Version von All along the watchtower, die ich kenne), toller Gitarrist, klasse Gesang. Was will man mehr?

The Winery Dogs – Hot Streak. Kotzen Fan, Sheehan Fan, Portnoy Fan. Oder wie? Mir geht diese Frickelei nämlich gewaltig auf den Sack. *shocked*

War sehr proglastig dien Monat …. war auch zu viel Material.

7 Tage – 7 Songs

In Facebook lief zuletzt so ein “Spiel”, wo man sieben Tage lang je einen Lieblingssong oder prägenden Song vorstellen sollte. Ich musste mich da auf das Thema “Soundtrack meiner Jugend” (also 1970-1975) beschränken weil ich sonst vermutlich 70 Songs benannt hätte …In dieser Phase habe ich im wesentlichen alle Stilrichtungen entdeckt, die mich musikalisch sozialisiert haben und die ich bis heute mag. Und so wurde es aus jeder Stilrichtung ein Song:

Tag 1: Deep Purple – Speed King (In Rock 1970)

Damit fing alles an. Natürlich hab ich vorher schon Musik gehört. Radio Luxemburg (MW 1440). Da kam Samstags Hitparade. Ich hatte auch schon von den Beatles die Abbey Road und die Let it be. Aber wenn man an die “Pop”-Musik (zB Yellow River, mag ich bis heute) denkt, dann war Black Night von Deep Purple schon der Hammer. Da wusste ich, ich muss Gitarre lernen. Also hab ich mir Deep Purple in Rock gekauft. Und was da aus der Stereoanlage tönte, war sowas von anders. Dieses brachiale Intro mit Richie Blackmore an der Gitarre. Ian Gillan als Prototyp des Rock-Shouters (zum Thema Sänger morgen mehr) und dann der Mittelteil mit dem Dialog von Orgel und Gitarre). Bis Stormbringer war dann DP auch definitiv meine Lieblingsband. (wobei ich auch Uriah Heep klasse fand und vor allem Grand Funk Railroad, die ich bis heute für gnadenlos unterschätzt halte, weil die Soul und Groove in ihrem harten Sound hatten, aber das ist eine andere Geschichte).

https://www.youtube.com/watch?v=hxGuFGJ09qE

Tag 2: Led Zeppelin – Since I’ve been lovin’ you (III – 1970)

Diese LP gehörte auch zu den ersten zehn, die ich je besessen habe. Led Zep war nie meine Lieblingsband (ich stand ja total auf Grand Funk Railraod), aber diese LP war eh und je meine liebste. (da kommt die II nicht mit, die IV nicht, nicht die Physical Grafity und die Houses of the holy schon gar nicht. Letztere habe ich zuletzt mal wieder gehört und ich mag da nix dran, nicht die Songs, nicht die Arrangements nicht, den Sound nicht … aber auch das ist eine andere Geschichte.) Und dann dieser Song. Dieses dynamische Gitarrenspiel, diese Sinnlichkeit. UND: dieser Gesang. Für mich ist das die beste vokale Rockperformance aller Zeiten.

Und damit ist klar, dass ich, was Gesang betrifft, ganz klar Rockshouter bevorzuge: Robert Plant, David Coverdale, Glenn Hughes, Paul Rodgers, Steve Marriott, Steve Perry … oder in der jüngeren Genearation Richie Kotzen, David Readman, Doogie White … so muss Gesang.

https://www.youtube.com/watch?v=oBvxhp4JAe4

Tag 3: Crosby,Stills,Nash&Young – Carry on (Deja Vu – 1970)

Auch definitiv eine meiner ersten zehn LPs. Vermutlich hörte ich im Radio Marrakesh Express und da musste diese Platte her. Ich finde auch heute noch das gesamte Album ohne Ausnahme grandios. Ein Meilenstein.
Und damit war meine Liebe zum Satzgesang geboren und diese Platte ist das Samenkorn für alles, was an Singer/Songwriter Musik noch folgen würde. Tapestry von Carole King ist ein ähnliches Meisterwerk, die zweite LP von America fand kurze Zeit später zu mir und ob Bruce Cockburn oder John Martyn bzw später Dave Matthews oder Monte Montgomery, diese Spielart der Pop/Rock-Musik gehört seit Deja Vu zu meinem Leben.

https://www.youtube.com/watch?v=nP0VBB7BO64

Tag 4: King Crimson – Epitaph (In the court of the crimson king – 1969)

Jetzt kommen wir zu der Stilart der Rockmusik, wo ich wohl die allermeisten Platten/CDs von habe. Meine erste “Klassik-Rock” Platte, wie wir damals sagten, war wohl die Tarkus von ELP. Aber den Titel”song” hier auswählen? Da im Progressive Rock eh die Alben als solches mehr zählen, finde ich das auch schwierig, meine Lieblingstitel zu wählen. Gentle Giant ist eine meiner Favoriten-Bands, aber da könnte ich nicht mal ein Lieblingsalbum nennen. Jedenfalls begann in der ersten Hälfte der 70ger meine Liebe zu dieser Art der Musik. In vorderster Reihe King Crimson, Gentle Giant, Yes und Genesis, dann ELP Jethro Tull und Pink Floyd, aber auch Caravan, Renaissance, Nektar und Gong … usw.usf.
Und so ließe sich das über die Jahrzehnte fortsetzen. Anfang der 80ger waren Dixie Dregs, Rush und Saga meine Favoriten, später dann die Flower Kings, Dream Theater und Porcupine Tree … aber hier muss ich mich ja beschränken. Und daher ein Titel, der mir auch heute noch bei jedem Mal Gänsehaut pur beschert. (mal abgesehen davon, dass es auch ein tolles Beispiel für Musik mit Mellotron ist)

https://www.youtube.com/watch?v=ISH3ud4×474

Tag 5: Frank Zappa – Zomby Woof (Overnite Sensation – 1973)

Nach Progressive Rock habe ich wohl die meisten Platten aus der Stilrichtung Jazz-Rock. Seit ich 1972 im ZDF-Sontagskonzert das Mahavishnu Orchestra gesehen habe, war ich Fan von McLaughlin, Return to Forever, Weather Report, Brand X usw.
Und da für mich die 1973er Zappa-Band (mit George Duke und Jean-Luc Ponty) die Jazz-Rock-Band war und imho auch seine beste, muss ich heute mit einem Schlag Jazz-Rock, Zappa und Gitarrenhelden erschlagen.

Zunächst mal zu Zappa. Es muss 1974 gewesen sein, da ging ich zu einem Freund (der war ne Klasse über mir und spielte in der angesagtesten Schülerband Gitarre) zum Gitarrentricks abgucken. Und was passierte? Nach dem Konsum bewusstseinserweiternder Substanzen legte der die Overnite Sensation auf. Und seit dem bin ich absoluter Zappa-Maniac. Hab (nahezu) alles von dem. Zappas Gesamtwerk strahlt meilenweit über allem !
Fast alles habe ich im übrigen auch von Santana. Aber da gilt eher, dass einige Alben Gesamtkunstwerke sind, wie für mich Caravanserai.

Und bzl. der abgedrehten Mucke a la FZ muss ich auch noch Magma erwähnen, deren 1975er Live-Album auch ein Klassiker in meiner Sammlung ist und von denen ich nahezu alles in meiner Sammlung habe.

https://www.youtube.com/watch?v=Q3gPY7jXAbM

Tag 6: Rory Gallagher – Messin’ with the kid (Live in Europe – 1972)

Nach all dem “anstrengenden” Zeug wie Progressive und Jazz Rock darf doch Blues-Rock nicht fehlen. Und obwohl Deep Purple ja in der ersten Hälfte der 70ger meine Lieblingsband war, so war Rory mein erster Gitarrenheld. So wollte ich spielen (können), so wollte ich klingen. Wobei im Laufe der Zeit meine Gitarrenidole weitgehend dem Blues Rock zuzuordnen sind. Nach Rory kam Les Dudek, der Southern-Rock-Licks mit pop-rockiger Mucke verband, dann war lange Zeit Eric Johnson mein Favorit, bevor zuletzt Warren Haynes diesen Platz eingenommen hat.

Rory Gallagher

Tag 7: Allman Brothers – Blue Sky (Eat a Peach – 1972)

So, nun ist es schon fast vorbei. Schade eigentlich. Ich hätte da noch so viele Songs …

Eine Stilrichtung darf natürlich nicht fehlen: Southern Rock.
Duane Allman ist ledier viel zu früh von uns gegangen. Diese Doppelgitarren sind legendär. Und in Blue Sky finde ich alles wieder, was diese Band ausmacht. Sehr geil der Soloteil, wo die beiden Gitarristen (der zweite war Dickey Betts) ihre legendären zweistimmigen Läufe spielen, bevor der Wechsel kommt.

Und diese Stilrichtung hat mich für immer begeistert. Lynyrd Skynyrd, Outlaws, Blackfoot oder insbesondere 38 Special (und nicht zu vergessen ZZ Top). ALles geile Bands, die in meiner Sammlung fast vollständig vorkommen.

https://www.youtube.com/watch?v=wwyXQn9g40I

Nachwort.

Schade, schon vorbei. Es war echt ne Herausforderung, sich auf 7 Songs zu beschränken. Und ging auch nur, weil ich mich auf einen musikalischen Zeitraum von ca. 5 Jahren beschränkt habe. Das war der Grundstock für meine musikalische Sozialisation.

Ich könnte sofort 7 /ähm doch 8 Songs der nächsten fünf Jahre benennen:

Les Dudek – It can do (1976)
Nova – You are light (1977)
Dixie Dregs – Night meets light (1978)
Rush – Natural Science (1978)
Saga – Humble Stance (1978)
Toto – Girl goodbye (1978)
Michael Franks – B’wana he no home (1980)
John Martyn – Sweet littel mystery (1980)

und das würde dann in den frühen 80gern gefolgt von Dan Ar Braz, Mr. Mister, Judie Tzuke, Thomas Dolby, Chaka Khan, Ozzy Osbourne ……

Was aber klar erkennbar ist: die Stilistiken, die mich in den frühen 70gern prägte, wirkt bis heute nach.

Punk, New Wave, Grunge, HipHop … das geht mir alles am Arsch vorbei (ausnahmen bestätigen wie immer die Regel)

Progressive, Jazz-Rock, Hard-Rock, AOR, Southern Rock, Blues Rock, Folk-Rock…. und da hab ich Klassik, bretonische Folklore und Minimal Music ja noch nicht mal berücksichtigt ….. reicht mir auch. Ich habe gar nicht genug Zeit, das alles zu hören ….

War mir eine Freude !

Diesen Monat geht es sehr viel um Vergleiche zu den Vorgängeralben. Fangen wir direkt mit dem Sieger an:

SSTTGD letztes Album (The Book) ist bei mir nicht wirklich angekommen. Die Story zuerst zulesen, war sicher im Sinn des Erfinders, jedoch hat es mir nicht wirklich was gebracht. Zu bemüht, zu plakativ, zu kurz, schriftstellerisch mich nicht ansprechend. Und so ist die CD nach 2maligem Hören im Regal verschwunden. Jetzt kommt der Nachfolger. Und mein Erstkontakt (auf einem der vielen Sampler der vielen Fanzines, die ich so abonniert habe), auch beim Ersthören nicht wirklich zünden wollte, hat mich die CD sofort geflasht. Das ist von der ersten bis zur letzten Minute total geile Mucke. Nicht erst seit der Produktion meiner CD weiß ich, dass Martin Schnella im Bereich Gesangsarrangements ne Bank ist. Und das – neben seiner exzellenten Gitarrenarbeit – kann man auch auf Fetish heraushören und sein Mitwirken bei SSTTGD bedeutet für die stilistische Vielseitigkeit dieser Band noch einen Sprung nach oben.
Das ist das beste aller SSTTGD-Alben (und ich habe sie alle *g*).
PFLICHTKAUF !

So, nun mal zu den Vergleichen:

Demon’s Eye – Under the Neon klingt wie der Vorgänger nach Purple, Rainbow und Dio. Das ist alles wunderbar. Allerdings habe ich den Vorgänger so oft gehört, dass das Zweitwerk da bisher noch nicht ranreicht. Zudem habe ich ganz subjektiv das Empfinden (wurde mir von einem Musikerkollegen übrigens NICHT bestätigt), dass die Gitarre im Mix einen Tick zu laut und der Gesang dafür einen Tick zu leise ist.

My Sleeping Karma – Moksha. Auch schon die dritte CD, die ich von dieser Band habe. Das ist komisch. Musik ohne Gesang (das finde ich zunächst ja schon mal gut) und dann aber weitgehend ohne Soli? Und dennoch hat diese Musik ihren besonderen Reiz, ihre Magie. Da kann ich wunderbar eintauchen und abdriften  (und ich hab NIX geraucht, Leute !). Ob die CD nun besser als der Vorgänger ist? Keine Ahnung.

Nemo – Coma hat es nach wenigen Hördurchgängen auch schwer neben dem grandiosen Vorgänger Le vert dans le fruit. Nicht, dass das schlecht wäre, ganz im Gegenteil.

Riverside – Love, Fear and the Time Machine. Nach den genialen ersten drei Alben sind bei mir weder ADHD noch SONGS wirklich hängen geblieben. Die neue dagegen ist wieder klasse. Und ja,m stellenweise klingt das schon recht eingängig (80er Pop). Aber egal. Die Songs sind klasse und es ist schon noch proggig genug.

Spock’s Beard – The Oblivion Particle Das nächste Album welches es gegen den Vorgänger schwer hat. Brief Nocturnes… war für mich das erste Post-Morse-Album von SB, was bei mir zu 100% angekommen ist. Die neue benötigt sicherlich noch etliche Hördurchgänge.

Und jetzt für alle Mitleser meines blogs: ich schreibe zum besseren Verständnis meines subjektiven Geschmackes auch über Alben, die ich nicht mag. Here we go:

In der Biographie von Carlos Santana wurden u.a. zwei Alben als essenziell dargestellt, die ich mir dann mal gekauft habe:

John Coltrane feat. Pharaoh Sanders – Live in Seattle. Das ist FreeJazz, bei dem ich keinerlei Strukturen mehr erkennen kann. Auch wenn Coltrane für mich der größte Saxophonist aller Zeiten ist, es gibt in seinem Werk auch Sachen, die für mich nicht konsumierbar sind.

B.B. King – Live at the Regal. Vielleicht liegt es am Alter der Aufnahme. Kings Gitarrenton ist für mich geschmeidig und warm. Auf dieser Aufnahme klingt die Gitarre plingelig. Kann ich nicht genau erklären. Die Musik ist sicher beseelt, der Sound ist für heutige Soundgewohnheiten anstrengend.

Iron Maiden – The Book of Souls. Iron Maiden goes Progressive. Eine DoCD. Longtracks bis 18 Minuten Länge. Wow. Bloß: ich mag die Drumsgrooves nicht (obwohl der Drummer früher mal bei Pat Travers richtig gute Grooves drauf hatte). Ich mag den Gesang nicht (obwohl ich auf Rockshouter stehe). Ich mag die Arrangements nicht und die willkürlichen Tempowechsel auch nicht. Und ganz böse formuliert ist die ganze Mucke für mich viel zu eindimensional um proggig zu sein. Fazit: in disem Leben werde ich gewiss keine Maiden-Fan mehr. Punkt. Your mileage may vary.

Thorbjörn Risager – Songs from the Road mag ich auch nicht. Ist mir zu altbacken.

Davis Gilmour – Rattle that Lock. Ähm, tja, gähn …. ok, da sind einige wirklich wunderschöne Gitarrensloi drauf. Die zumeist von süßlichen Streicherarrangements verdorben werden. Und der Rest ist belanglos. Klar brauchen alte Helden nicht mehr die Musikwelt revolutionieren, aber wenn ich diese Ansammlung von Belanglosigkeiten mit dem großartigen “The last Ship” von Sting vergleiche, dann können auch alte Herren Großtaten vollbringen. Herr Gilmour scheinbar nicht mehr (die letzte Pink Floyd ist bei mir ja auch unter absolut entbehrlich abgelegt worden).

Und das war ja wohl genug für diesen Monat.

Viel Spaß beim Entdecken und mögen anderen Menschen auch die CDs gefallen, mit denen ich nichts anfangen kann …

Eine triple-CD. Eine Jazzband, die tlw in Piano, Bass und Drums doppelt besetzt ist. Plus Streicher. Plus großem Chor. Ja, das ist episch.  Und ein Saxophonist, der beseelt spielt, wie seinerzeit John Coltrane. Ein großartiges Werk, welches noch viele Hördurchläufe braucht, um es auch nur ansatzweise erfassen zu können.

Gregg Allman – Live, Back to Macon. Die Allman Brothers sind Geschichte. Das ist einerseits schade. Wenn aber Gregg Allman mit seiner Band ABB-Songs so arrangiert (also incl. Bläser) und präsentiert, wie auf dieser Einspielung, dann ist alles gut.

Return to Forever – Electric Lady Studio 1975. Sicherlich nicht die allerbeste Soundqualität, aber für einen langjährigen Hardcore-Fan dieser Band natürlich ein Muss. Interessant, wie die Stücke live gegenüber den Studioversionen variieren und tlw deutlich länger sind.

Rock Candy Funk Party Groove is King. Finde ich gegenüber dem Erstwerk schwächer. Der Hauptgrund ist vermutlich, dass ich den hier konservierten Gitarrensound nicht mag. Das ist mir zu “fuzzy”. Und ob diese Band, die an sich ja abgeht wie Schmitzens Katze, die Gastmusiker gebraucht hätte, wage ich auch mal zu bezweifeln. Just my 2 cent.

Mehr war diesen Monat nicht …. die ganzen Prog-Neuheiten trudeln erst im September ein ….

Fünf Jahre hat der Nachfolger des Debütalbums auf sich warten lassen. Ich mag New Art Rock. Ich mag die Einflüsse von Porcupine Tree bis Japan. Ich mag die Melancholie, die über den meisten Songs liegt. Diese simplen, aber wirkungsvollen kleinen Pianomelodien. Und, bei jedem Hördurchgang dachte ich: WOW, geile Bassarbeit. Diesen Monat fast jeden Tag gehört, daher kann es keinen anderen Sieger geben.

In alphabetischer Reihenfolge:

Pino Daniele – Nero a Metà Live. Das Vermächtnis. Sein letztes Konzert vor dem plötzlichen Tod. Ein Muss für einen großen Fan wie mich. Da ich ein klarer Fan der Periode von 1995 bis 2001 bin, fehlen mir natürlich Songs aus dieser Zeit. Dennoch groovt die Band gut und alles ist gut. Wird es aber aus vorgenannten Gründen nicht in die TOP 5 Liste seiner Veröffentlichungen schaffen.

Warren Haynes – Ashes & Dust. Ein guter Freund kommentierte: “was macht der denn da für langweilige Musik”. Sehe ich anders. Warren Haynes schreibt einfach tolle Songs und die kommen auch im Americana-Gewand richtig klasse rüber. Wäre diese CD früher im Monat eingetrudelt, wäre das ein ganz hartes Rennen um den Sieg geworden.

Scott Henderson – Vibe Station. Endlich wieder ne neue CD von Scott Henderson. *freu*. Ok, es klingt wie S.H. nun mal klingt. Muss ich vllt. einfach häufiger hören um dann festzustellen, dass ich seine Musik immer noch nicht verstehe …. grins

Laurence Jones – What’s it gonna be. Ein Tipp für die Blues Rock Ecke. Gute CD.

Christina Lux – Embrace Live. Wäre auch so ein Kandidat für den Sieg gewesen. Diese sehr intime Musik ist live immer wieder ein Genuss und diese Live-CD bringt das wunderbar rüber. Zwei Dinge trüben jedoch leider meine Wertung. Zum einen läuft die CD nicht im meinem neun Jahre alten Cambridge-Audio CD-Player. Und damit bin ich der einzige “Kunde, wo das so ist, so wie diese CD die einzige in meinem Player ist, wo das so ist. Manchmal ist halt blöd. Und zum anderen ist Teil 2 der CD im Duo mit einem Perkussionisten eingespielt. Das ist gewiss toll. Ich stelle bei mir jedoch immer wieder fest, dass ich, wenn es nur einen “halbe” Rhythmusgruppe sein darf, immer (!) einen Bassisten bevorzuge. Gitarre und Gesang allein ist ok. Gitarre und Drums aber ohne Bass: geht nicht wirklich. Kann ich nicht für. Ist so. Sorry, Christina. Ist trotzdem eine wunderbare CD Deiner wunderbaren Musik.

Agnes Obel – Aventine. Ich höre ja regelmäßig MDR Figaro und entdecke dort immer wieder neue Songwriter/Musiker. Und so war ich ganz angetan von einem Stück dieser Künstlerin. Tja, leider ist die ganze CD im gleichen Stil (das wäre ja an sich nichts schlimmes), und das ist auf die Dauer ziemlich einschläfernd. Neee, hin und wieder ein, zwei Songs, das ist prima, aber die ganze CD (hier: DoCD *shocked*) am Stück, das geht nicht.

Purposeful Porpoise – The Water Games Bei der Besetzung mit Derek Sherinian, Ric Fierabracci und Vinnie Colaiuta denkt man direkt an Jazz-Rock-Gefrickel. Die DoCD fängt aber erst mal mit einem Longtrack an, der eher an Rock-Oper erinnert. Ich finde das klasse (ich mag ja auch A.C.T.). Dann allerdings gibt es auch Titel, wo gedudelt wird, bis der Arzt kommt. Das mag ich inzwischen weniger. Muss jeder für sich selbst entscheiden.

Joe Satriani – Shcokwave Supernova. Es gibt immer wieder Bands-Musiker, die mich eine Zeitlang begleiten und wo ich dann aus den ersten 5-8 CDs eine DoCD-Kompilation fürs Auto zusammenbastele, welche für alle zeiten ausreicht. J.S. ist einer dieser Musiker. Tja, und jetzt gibt es eine neue CD von ihm. Klingt wie immer. Das ist bestimmt ganz tolle Musik, aber ich brauche das heute nicht mehr.

Symphony X – Underworld.  siehe meinen Kommentar zu Joe Satriani. Wobei ich dieser CD doch noch einige Hördurchgänge gönnen werde.

So, ist diesen Monat doch wieder was mehr geworden. Da waren aber auch einige CDs dabei, die Ende Juni schon reinkamen und nicht mehr besprochen wurden.

Viel Spaß beim stöbern und entdecken. May the groove be with you !

Über ein Gitarristenforum bin ich an diese Wuppertaler Band gekommen, die mit Blinded ihr inzwischen zweites Album am Start hat.
Weiblicher Gesang, Gitarre, Bass, Drums. Fertig. Wenns denn so einfach wäre. Die Instrumentalisten spielen auf den Punkt. Es rockt. Vergleiche fallen schwer, das ist schon sehr eigenständig. Alleinstellungsmerkmal heißt sowas heute. Am ehesten ist mir noch als Vergleich Skunk Anansie eingefallen. Tolle Songs, gut arrangiert, nix überflüssiges drin.
Und dann diese Sängerin. Die die Gemeinde spalten kann. Die hat eine Wahnsinnsstimme und kann damit auch viel anfangen. Manchmal zu viel. Manchmal singt sie – für meinen Geschmack – auch nicht auf den Punkt genug. Da kommen immer wieder mal Schlenker nach der Eins. Oder Tonmodulationen. Das kann nerven. Auf der anderen Seite sind es aber auch gerade diese Nummern, wo der “strange” Gesang am deutlichsten ist, die einem am meisten im Ohr bleiben. Auf dem Erstling Precious Shadows ist es zB der Titelsong. Da ist der Gesang auch sehr “außergewöhnlich”. Aber genau diese Nummer ging mir tagelang nicht mehr aus dem Kopf. (kann man bei youtube gucken/hören).
Auf jeder CD ist auch eine Nummer, welche in der Muttersprache (Persisch…heißt das nicht Farsi?) gesungen wird. Und genau dort sind diese Modulationen ganz wunderbar.
So, bevor irgendwer glaubt, ich würde hier an der Sängerin rumkritisieren: die CD ist von vorne bis hinten geil und lief bei mir tagelang in Dauerschleife.
Noch ein Wort als Gitarrist: ich mag die Gitarrenarbeit auf dem Album. Das groovt, ist interessant, kommt auf den Punkt und verzichtet auf Angeberei. So klingt Rockmusik gut.

Und da ich grad 2 Wochen in Urlaub war, wars das auch für diesen Monat. Der Rest kommt im Juli dran …

Ein Singer-Songwriter tut sich mit einigen Jazzmusikern der aktuellen Szene zusammen und lässt diese über seine Songvorgaben jammen. Und dann klingt dieser Typ wie eine Reinkarnation von John Martyn. Es mag Leute geben, die finden, dass das alles so vor sich hinplätschert. OK, hooklines oder klassiche Strophen-Refrain-Songs sucht man hier vergebens, aber dafür ist alles wunderbar im Fluß. Ich finde das ganz großes Kino, daher ist Riley Walker – Primrose Green die CD des Monats. (war aber knapp, weil da noch einige andere wirklich großartige Sachen reingekommen sind.

Zunächste mal die Prog-Fraktion (diesen Monat drei Vertreter aus Norwegen):

Gentle Knife – Gentle Knife ist musikalisch gelungen und abwechslungsreich (soweit ich weiß, sind das zehn Musiker am Start und von Mellotron bis Bläser alles dabei). Aber ich tue mich grundsätzlich schwer mit Musik, wo mir der Gesang nicht gefällt. Die haben eine Sängerin, die sehr hoch singt (was an sich ja nicht verkehrt ist, ich mag ja auch Annie Haslam) und gelegentlich an Kate Bush erinnert. Die hat aber irgendwas unangenehmes im Timbre. Und der Sänger geht gar nicht. Der singt ohne Ausstrahlung so vor sich hin. Auch die Melodien sind nicht zündend. Da bliebt nichts hängen. Schade.

Leprous – The Congregation könnte man am ehesten als ProgMetal bezeichnen. Gute CD.

Magic Pie – King for a Day ist nicht die erste CD, die ich von dieser Band habe und bietet gewohnt hochklassige Musik. In dieser Dreierrunde jedenfalls der Gewinner.

Alles weitere alphabetisch:

Kuba Kapsa Ensemble – Vantdraught 10 Vol. 1 ist was für Freunde der Minimla Music a la Steve Reich. Großartig.

Laura Marling – Short Movie hat mir beim Erstdurchlauf nicht so gut gefallen. Singer-Songwriterin mit einer in weiten Strecken recht ruhigen und sparsam arrangierten Musik. Gewinnt nach mehrmaligem Hören.

Judith Owen – Ebb & Flow ist noch was aus der Singer Songwriter Ecke (features the great Russ Kunkel (drummer), Leland Sklar (bassist) and Waddy Wachtel (guitarist)) und hat damit “The Section” am Start, die seit Jahrzehnten Songs großer Künstler veredeln. Daher klingt das Ganze auch nach James taylor, Jackson Browne oder Carole King.

Royal Southern Brotherhood – Don’t look back Zwei neue Gitarristen ersetzen die bisherigen. Für Devon Allman und Miko Zito sind jetzt Bart Walker und Tyrone Vaughan am Start. An der reizvollen Mischung aus Blues, Soul, Funk und Louisiana hat sich aber nix geändert. Groovt und ist klasse.

Von Pat Travers  gibt es mit  Feeling Right eine 4er CD, auf der (mit Ausnahme einer LP) alle Alben von 75 bis 84 drauf sind. Das ist großartiger groovender funkiger bluesiger Hard-Rock.

Für Einsteiger empfehlenswert ist John Martyn – Sweet Little Mysteries – The Island Anthology. Die gibt es gerade für kleines Geld und da ist alles drauf, was wichtig ist.

Steve von Till – A Life unto itself ist noch was aus der Singer-Songwriter Ecke, hier mit sehr sphrärischer Gitarrenarbeit. Kann man schwer beschreiben, wie hier mit Delay und loops eine Stimmung erzeugt wird über die der tiefe Gesang sehr eindringlich rüberkommt. Anhören !

Whitesnake – The Purple Album. Ok, im Eclipsed Magazin (oder war es das Rocks?) haben die 15 Stücke mit 5 zu 10 gegen die Originale verloren. Aber was solls. Es sind Purple Songs und Klassiker. Ich mag diese CD.

Two Ton Shoe – Resoled ist zwar schon aus dem jahr 2002, hab ich aber grad erst entdeckt. Es groovt und groovt und groovt und alles zuckt. Hölle, ist das geil.

So, diesmal viel zu entdecken, dafür wirds im Juni ruhiger ….

In den “guten alten” Zeiten des Progressive Rocks hat sich USA-Prog von den Klassikern aus England (Genesis, Yes, Kings Crimosn, Gentle Giant) signifikant unterschieden. Als Paradebeispiel sei Kansas genannt, die songdienlicher, melodienorientierter, AOR-annähernd und tlw bombastischer gewesen sind. Diese Ingeredienzien finden sich auch bei den USA-Proggern IZZ. Nun ist Everlasting Instant bereits die fünfte CD, die ich von denen habe. Macht aber nix. Mir gefällt diese Musik. Da ist so viel Abwechslung drin und auch nach dem zehnten Hördurchgang entdecke ich noch überraschendes. Daher relativ klarer Sieg diesen Monat.

Die übrigen Anspieltipps wie immer in alphabetischer Reihenfolge. Diesen Monat gab es so dermaßen viel Zeugs, dass ich viele der u.a. CDs erst einmal gehört habe. Könnte sein, dass da noch was in die Mai-Liste rutschen muss.

Dan Ar Braz – Cornouailles Soundtrack ist von diesem Musiker, der so viele gute CDs seit den 7ogern am Start hatte, mal wieder sowas, wo ich denke, warum nur gibt es immer wieder so seichte Ausflüge. Ich liebe bretonische Musik und diese spezielle Stimmung. Wenn sie denn transportiert wird. Hier zündet nach dem ersten Höreindruck nichts. Schade.

Bent Knee – Shiny eyed Babies wird ja als Hoffnung und Neuentdeckung des Progs gehandelt. Mir ist das beim Ersthören zu abgedreht und anstrengend. Die Phase, wo ich eher abgedrehten Avantgarde-Prog (da sind die aber noch meilenweit von weg) gehört habe, scheint Geschichte zu sein. Muss man vllt. öfter hören, bis da der Funke überspringt.

Dropshard – Silk. Prog aus Italien. Alles ganz nett, aber irgendwie fehlt da das letzte Quäntchen Klasse. Insbesondere der Gesang ist imho ein Schwachpunkt.

Gavin Harrison – Cheating th Photograph. Ich mag Porcupine Tree, ich finde G.H. ist ein Weltklasse-Drummer und BigBand-Sound mag ich auch. Was soll da bei P.T.-Songs im Big-Band-Format schief gehen. Gute CD.

King King – Reaching for the Light. Auch erst einmal durchgehört. Blues Rock mit Southern Anklängen. Scheint ne klasse Sache zu sein.

Tony MacAlpine – Concrete Gardens. Gitarrengewichse a la Satriani und Vai. Hab ich vor 20 Jahren gehört. Wer das heute noch gut findet, wird diese CD sicherlich mögen.
P.F.M. – River of Life (The Manticore Years Anthology). Es gibt immer wieder Bands, die bei mir vollkommen durchgerutscht sind. So auch diese Prog-Band aus Italien. Wer sich einen Überblick über deren Schaffen in den 70gern verschaffen will, wird mit dieser DoCD gut bedient.

Josh Smith – Over Your Head. Blues Rock im Trio-Format. Roh, rauh, rotzig, macht keine Gefangenen. G.E.I.L. So muss ein Gitarrentrio klingen ! (wäre also definitv Platz 2 diesen Monat)

Special Providence – Essence of Change. Instrumentaler Jazz-Metal-Prog mit starken Songs und Melodien aus Ungarn. Mag ich.

Mark Wingfield – Proof of Life. Gitarrenjazz in Trio. Spielt of einen Gitarrnsynth mit Sounds die an Pat Metheny erinnern. Klingt aber nicht so weichgespült, ähm, mainstreamig. Antesten empfohlen.

Und dann ist noch so ein knappes Dutzend anderer CDs mal ansatzweise durch den Player/Streamingdienst geflogen, ohne dass die Höreindrücke schon für meinen Senf reichen würden …..

Also, viel Spaß beim stöbern, lauschen und entdecken …. cu next month, same place

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