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Na, Überraschung?

Nein, die neue Steven Wilson ist es nicht. Punkt.

Dass es von Toto überhaupt noch mal was neues gibt, war ja auch so nicht vorherzusehen. Also ist die Freude groß. Und ich finde, der Toto-Fan wird nicht enttäuscht. Das ist Toto mit allen Ingredienzien, die Toto ausmachen. Punkt.

Und wie jeden Monat, alles andere in alphabetischer Reihenfolge.

Mahalia Barnes – The Betty Davis Songbook. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Betty Davis nicht auf dem Schirm hatte. Ok, jeden Tag ein bisschen schlauer. Das ist Funk, Soul, Groove. Das ist geil. Da zuckt es im Körper. Yeah, I’m a dancing queen……. ooops, da ist es mit mir durchgegangen ….grins

Hanno Busch – Absent habe ich heute erst reinbekommen. Instrumental, sehr frei, hooklines sind Fehlanzeige. Sehr abgefahrene Gitarrensounds. Was zum Zuhören, sich einlassen, entdecken. Nix für Tellerrandvermeider !

Europe – War of Kings Ich muss zugeben, mit Europe verbinde ich einige wenige Songs, die ich sowas von zum kotzen finde …. daher musste ich zu dieser CD schon fast überredet werden. Richtig guter HardRock. Wer Purple, Rainbow u.ä. mag, sollte isch das hier mal reinziehen.

Lonely Robot – Please come home. Neuestes Projekt von John Mitchell. Und wer Kino, It Bites usw. mag. findet auch hier Freude dran. Schöne Mucke.

Neal Morse – The Great Experiment. Nix Experiment, nix neues. Das ist NM, wie man es kennt. Ich mag seine Mucke. Deshalb auch diese CD.

Pat Travers – Retro Rocket. Ok, es ist wieder Rock und kein Blues, aber gegen die Meilensteine von früher kommt das hier nicht an.

Steven Wilson – Hand Cannot Erase. Zu dieser CD habe ich ja schon was im progrock-Forum geschrieben. Belangloser Einstieg, belangloses Finale. Dazwischen Trakcs, die selbst nach 5 Hördurchgängen nicht zünden genau so wie einige wirklich sehr großartige Titel. Nicht, dass ich falsch verstanden werde: das ist eine wirklich gute und gelungene CD. Ich mag nur nicht diese grenzenlose Anbetung, dass SW jetzt sein nächstes Über-Werk geschaffen hat.

Viel Spaß beim Entdecken.

Doug Aldrich, Jack Blades und Deen Castronuovo sind alles Fans Der Gattung AOR bestens bekannt. Weniger bekannt ist, dass der Drummer Castronuovo auch noch richtig geil singen kann und dabei als Vorbild Steve Perry genannt werden muss. Und so ergeben geile Songs mit geilen Melodien und toller Gitarrenarbeit ein AOR Album, wie es geiler nicht sein kann. Daher der Monatssieger: Revolution Saints – Revolution Saints.

Wer sowohl Minimal Music als auch World Music mag, sollte Africa Express – presents Terry Riley’s In C Mali entdecken. Ist keine Kost für nebenbei, aber wenn man eintauchen kann, fasziniert diese Musik.

Black Star Riders – The Killer Instinct kann immer noch klingen wie Thin Lizzy und das vor allem, weil der Sänger auch sehr nach Phil Lynott klingen kann. Mit dem Zweitwerk emanzipiert sich diese Band jedoch von der Tatsache, die beste Thin Lizzy Coverband der Welt zu sein.

Hundred Seventy Split – The Road Live ist ein grandioses Live Album aus dem Bereich des Blues Rock und nur ganz knapp am Monatstipp vorbeigerauscht. Gooch singt und spielt eine großartige Gitarre und die Rhythmusgruppe groovt. So muss das sein.

Magma – Slag Tanz ist was gutes von Magma. Allerdings 12,99 für 21 min Spielzeit (wo man für 14,99 en DoCD von Gov’t Mule bekoomt) ist eine Preispolitik, die wohl nur noch von Hardcore-Fans toleriert wird.

Sun Kil Moon – Benji ist sehr eindringlicher Gesang, unterlegt weitgehend von einer sehr tief gestimmten Gitarre (Bariton?) und nicht einfach mit Singer Songwriter zu beschreiben. Einfach mal bei youtube reinhören.

Und dann kam gestern noch Steven Wilson – Hand Cannot Erase und ich habe das Album jetzt 2 mal gehört und keine Ahnung, was ich davon halten soll ….

Und Mahalia Barnes Album mit Betty Davis Covern bespreche ich nächsten Monat …

May the groove be with you all !

Der Jahresrückblick im Eclipsed-Magazin inspiriert mich jedes Mal, Dinge zu entdecken, die im Verlaufe des Jahres so durchgerutscht sind. So stammen auch etliche der Empfehlungen in diesem Monat aus diesem Rückblick.

Mother’s Cake – Creation Finest. Diese CD wurde bereits 2012 veröffentlicht. In Österreich, wo diese drei jungen wilden Burschen mehrere Conteste gewonnen haben. Erst 2014 in D. Bei diesem Funkrockgewitter werden Vergleiche zu RHCP oder Mars Volta gezogen. Ich dchte häufoger mal an Living Colour (deren erste CD ich mir dann auch mal wieder aufs Ohr geben musste). Es kracht und funkt und groovt gewaltig. Ist anstrengend, nicht für jeden Tag und jede Stimmung geeignet, aber sehr iteressant. Gibts viel zu entdecken in dieser Musik.

Der Rest, wie gewohnt, in alphabetischer Reihenfolge:

Beardfish – +4626-Comfortzone Beardfish mag ich. Die letzten beiden CDs haben jedoch nicht mehr so uneingeschränkt gezündet wie die früheren. Diese Veröffetlichug ist wieder besser. Auf die ZusatzCD mit frühen Werken und Outtakes kann ich allerdings druchaus verzichten.

Gov’t Mule – Sco-Mule Erst jetzt wurden diese Liveaufnahmen von 1999 veröffentlicht. Wer auf ellenlanges Geitarrengedengel steht, wird das geil finden. Gov’t Mule, hier noch mit dem 2000 verstorbenen Allen Woody am Bass (war eh der genialste Bassist, den die je hatten), ergänzt um einen Keyboarder (dessen Soli sich vor dem beiden Gitarrenhelden gar nicht verstecken muss) und John Scofield. Alle Nummern um die 10 Minuten oder darüber hinaus. Hier wird improvisiert und gegniedelt, bis der Arzt kommt. Auch nicht für jeden Tag und jede Stimmung …

Erich Johnson & Mike Stern – Eclectic Im Prinzip das gleiche Konstrukt. Zwei Gitarrenvirtuosen tun sich zusammen und dudeln sich einen ab. Wie ich diese Zusammenarbeit finden soll, weiß ich noch gar nicht. Obwohl ich beide Gitarristen sehr mag, haben 2 Hördurchgänge noch nichts zünden lassen.

Richie Kotzen – Cannibals Noch einer der großen Gedengel-Helden. Ja, der Kotzen kann singen, er kann Gitarre spielen, er kann Songs schreiben und dass er es auch mal funkiger/souliger angehen lässt, ist auch ok. Aber wenn ein Gitarrist, der zu Zeiten seiner Cornford-Amps einen Referenzsound hatte, auf einmal so einen SCHEISS-Sound auf den Silberling presst, nutzt das alles nichts. Hoffentlich merkt der das selber bald ….

Mehldau & Guiliana – Taming the Dragon Jazz mit elektronischen Elementen. Auch hier reichen die Höreindrücke nicht für ein abschließendes Urteil

The Pineapple Thief – Magnolia Ich bin mir sicher, dass auf den vielen Sampler-CDs, die ich von Eclipsed, Empire usw. habe, auch schon mal Songs dieser Band drauf waren. Warum das an mir vorbeigegangen ist, kann ich nicht nachvollziehen. Wer Art-Rock mit großen Melodien, abwechslungsreiche Arrangement von Breitwandgitarren bis Kammerspiel und einer Prise Melancholie mag, ist hier richtig. Großes Kino und gaaaaanz knapp am Monatssieg vorbei (wenn meine Freundin das hier schreiben würde, wäre der Monatssieg anders ausgefallen). Sprich: das ist Prog auch für Mädchen 😉

Robert Reed – Sanctuary Also, ob es einen Klon von Tubular Bells braucht, weiß ich nicht. Ob das in sich ähnlich schlüssig komponiert wurde,wie das Original, kann ich nach 2 Hördurchgängen auch noch nicht beurteilen, aber wie origialgetreu alle Instrumente und alle Gitarresounds hier eingespielt wurden, das ist schon großes Kino.

Dennis Schütze – 2174 / Shine like gold / B-Sides & Rarities / Electric Country Soul Direkt im Viererpack kam das bei mir an, nachdem seine 2014er CD die TOP 15 Jahresliste erreichen konnte. Was soll ich sagen. Alles CDs beinhalten großartige Songs, mir persönlich an manchen Stellen zu viel Country und insgesamt mag ich seine Eiegnkompositionen lieber als die Covertitel. Und damit würde ich die letztgenannte auch als die für mich “schwächste” CD empfinden. Auf den beiden letztgenannten spielt übrigens Jochen Volpert ziemlich coole Gitarrensachen.

The SixxiS – Hollow Shrine irgendwas zwischen Hard Rock und Progressive. Gute Songs, gute Arrangements und gute Melodien.

So, ne ganze Menge fürn Januar.

Platz 3: A.C.T. – Circus Pandenonium

Diese CD begleitet mich seit Februar durch das Jahr. Und wurde nicht mal CD des Monats. Mir war bei ersten Höreindruck der “Jahrmarkts”-Mucke-Anteil zu hoch. Tja, mit jedem Hördurchgang fand ich das, was da passiert jedoch immer spannender. Bombast und Pomp, gelegentlich an Queen oder ELO erinnernd, Frickelanteile und alles in allem sehr abwechslungsreich. CDs, die mit weiteren Hördurchläufen wachsen, sind eh ne schöne Sache. Deshalb letztendlich auch nicht verwunderlich, dass am Ende des Jahres ein Platzierung ganz weit oben rausgekommen ist.

https://www.youtube.com/watch?v=BQMRs7ICQFM

Platz 2: I.Q. – The Road of Bones

IQ kenne ich schon lange. Hat nie wirklich gezündet. Liegt vermutlich daran, dass die beiden CDs die ich bisher besessen habe (Nomzamo und Are you sitting comfortably) weder Referenzwerke noch zu den typischeren Alben gehören. Und so waren die lange Zeit in der Schublade dieser 80ger Jahre New Prog Bands wie Marillion (die ich auch nicht wirklich gut finde) Doch was da dieses Jahr bei dieser Band passiert ist, finde ich einfach nur großartig. Lange Songs, die sich dynamisch aufbauen, tolle Arrangements, großartige Melodien. So muss NeoProg klingen.

https://www.youtube.com/watch?v=ob0OYmSQukk

Platz 1: Meike Koester – Seefahrerherz

Eine CD aus dem Jahr 2011 wird Platte des Jahres. Ja, manchmal entdeckt man Dinge im Leben, die gar nicht mal brandaktuell sind. Aber es ist ja nie zu spät, neues zu entdecken. Vielen Dank an meinen Freund Andreas Thust, der in Quedlinburg gelegentlich Konzerte veranstaltet. Und so wie ich dort 2013 die wunderbare Christina Lux erleben durfte, so war es dieses Jahr im September Meike Koester. Und eigentlich dachte ich immer, dass Musik mit einer Gitarre und Gesang mir nicht wirklich liegt ( ähm, Lagerfeuermucke? …wo ist da die Rhythmusgruppe, wo sind die Gitarrensoli ….). Aber was diese beiden wunderbaren Künstlerinnen auf der Bühne zelebrieren, das lässt nix vermissen. Das groovt, das hat sehr interessante Akkordvoicings (bei Meike zB sind viele Songs in C-G-C-G-C-D Stimmung), grandiose Melodien und … und auch das ist für mich ungewöhnlich, weil ich eher selten auf die Texte höre, sehr berührende Texte. Und was alleine funktioniert, das funktioniert auf CD – in sparsamem Bandarrangement genau so gut. Und seitdem ist Seefahrerherz ein treuer Begleiter in einer für mich persönlich recht anstrengenden Zeit. Danke , liebe Meike, für diese Bereicherung.
Und, ähm, Christina: nächstes Jahr bist Du aber bitte dran mit neuem Output

Platz 6: Opeth – Pale Communion

War Damnation das erste Opeth-Album, was mir gefallen hat, weil da nicht gegrunzt wurde, sondern “richtige” Melodien im Vordergrund standen, fand ich die “Neuausrichtung bei Heritage bestenfalls interessant. Und während einige Rezensenten in diversen Gazetten Pale Communion den bei Heritage bewiesenen Mut absprechen, ist für mich dieses Album einfach nur großes Kino. Vollkommen egal, was diese Band vorher gemacht hat. Das hier ist Progressive, wie ich ihn mag.

https://www.youtube.com/watch?v=a3sYPX17cFk

Platz 5: Dennis Schütze – Unsong Songs

Im Jahr 2013 lernte ich Jochen Volpert im Guitarworld-Forum kennen. So wie ich hat er in jenem Jahr seine erste CD herausgebracht. Dieses Jahr nun veredelt er mit seinem Gitarrenspiel auf geniale Weise die o.g. CD. Das ist Americana-Songwriter-Mucke. Tolle Songs, schöne Melodien, feine Arrangements … und das wirklich allerfeinste Gitarrenspiel vom Jochen, den ich inzwischen auch endlich mal persönlich kennengelernt habe.

https://www.youtube.com/watch?v=BPrHD3rQcGQ

Platz 4: Richie Arndt – At the End of the Day

Richie Arndt und seine Musik begleiten mich schon lange. Seine Train Stories, die ich auch schon als musikalische Lesung erleben durfte, sind genau so genial wie die akustischen Vineyard-Sessions, die er mit diversen Gitarren-Kollegen eingespielt hat. Hier nun sein Trio, diesmal akustisch und komplettiert durch Gregor Hilden an der zweiten Gitarre.
Wunderbare Songs im Kosmos zwischen Blues und Songwriting. Ich persönlich mag ja die Balladen mehr als die 12-Takter, aber die komplette CD ist rund so wie sie ist.

Platz 9: Errorhead – Evolution

Marcus Deml ist ja schon seit langem einer der überragenden Gitarristen Deutschlands. Bisher hinterließen seine CDs bei mir den Eindruck: oh, ja, geile Gitarrenmucke … plus Gesang (Leute: das ist jammern auf höchstem Niveau). Die neue Errorhead-CD hört sich jedoch wie eine Band an. Das ist jetzt eine Einheit. Keine Ahnung, woran ich das festmachen soll. Manchmal hört man Musik und hat einfach Gedanken und Empfindungen, die man gar nicht so richtig analysieren kann. Ist auch egal. Die Musik soll wirken. Und die neuest CD ist großes Kino. Das ist ein BAND (die zusätzlich noch einen fantastischen Gitarristen hat …. und nen geilen Sänger und ne geile Rhythmusgruppe). Hört selbst, das ROCKT !

https://www.youtube.com/watch?v=QYPW9Nsza2c

Platz 8: Ali Neander – This one goes to eleven

Noch einer dieser begnadeten deutschen GItarristen: Ali Neander.
Bereits 2010 hat er zusammen mit Hellmut Hattler ein Jazz-Rock-Album der Spitzenklasse abgeliefert und dieses Jahr nachgelegt. Mein running-gag lautet ja immer: warum spielen Musiker Jazz-Rock? Weil sie es können. Ich wurde ja musikalisch in den 70gern sozialisiert und da gab es halt außer Hard Rock (Deep Purple und so) und Prograssive Rock noch viele andere damals neue und aufregende Spielarten der Rockmusik. Und eine davon war Jazz-Rock. Unendlich fasziniert davon, als ich 1972 das erste Mal das Mahavishnu Orchestra hörte, hat auch mich diese Stilistik fasziniert und bis heute liebe ich das. Ja, und daher hat es diese CD, obwohl sie erst am 19.12. hier angekommen ist, den Sprung in den Jahresrückblick geschafft. (btw: ich finde, auf der CD sind spanndere Titel als der aus dem folgenden Video, ich habe aber in der Tube nix gefunden).

https://www.youtube.com/watch?v=qMrc61VPAzIPlatz 7: Niedecken’s BAP – Das Märchen vom gezogenen Stecker

Es gibt ja schon diverse Live-Alben von BAP und ebenfalls auch unplugged-Alben (wie das großartige Radio Pandora unplugged), aber wie diese – personell neu zusammengestellte – Band Klassiker und neuere Titel (von Niedeckens Solo-CD – Zosamme alt) neu arrangiert hat, das ist einfach nur großes Kino.

https://www.youtube.com/watch?v=IGCz6RvbL74

Und weiter gehts:

Platz 12: Leafblade – The Kiss of Spirit and Flesh

Elegisch melancholischer Breitwand-Prog darf in meiner Liste auch nicht fehlen. Großes Kino, wie der erste Track der CD bereits in Perfektion beweist.https://www.youtube.com/watch…

Platz 11: Jonathan Wilson – Fanfare

Hippie-Songwriter meets Jam-Rock mit leichter Prog-Attitüde …. ach immer diese Schubladen. Einfach richtig geile Mucke, die aus dem Fundus der Rockmusik-Stile reichlich schöpft und spannend kombiniert.

https://www.youtube.com/watch?v=tawWSAgLd_M

Platz 10: Beat Crazy – Lowbridge

Mit dieser CD verbindet mich eine ganz besondere Geschichte. Ingolf Pencz, Sänger und Gitarrist von Beat Crazy kenne ich aus dem Guitarworld-Forum und dort hat er die Forumsmitglieder an der Entstehungsgeschichte dieser CD teilhaben lassen. Das war schon spannend, das begleiten zu dürfen. Und das Endergebnis ist dann nochmal überzeugender ausgefallen.
Die Band selbst sieht sich in der Tradition der britischen Songwriter-Szene (sag ich hier Brit-Pop?), ich persönlich höre da aber auch eindeutig Reminiszenten aus der Westcoast-Szene, um zB mal The Byrds zu nennen.
Und obwohl das nicht gearde meine absolute Lieblingsstilistik ist, ist diese CD sehr oft im Player und vor allem im Auto gelandet. War ein toller Sommer-Begleiter.
Und jetzt hoffe ich, den Ingolf irgendwann auch mal persönlich kennenzulernen.

So, morgen gehts dann weiter …

Platz 15: 21 Octayne – Into the Open

So, fangen wir mal an. Einige CDs haben es sehr knapp nicht in diese Liste geschafft, aber egal. Wer mehr von meinen Tipps haben möchte, kann ja monatlich in meinen blog gucken.

Mit 21 Octayne sind es sogar acht CDs aus deutschen Landen, habe ich gestern bei der Vorankündigung übersehen.

Rock, wie Rock klingen muss. Und das seit 40 Jahren. Wobei das ganz gewiss nicht antiquiert klingt. Tolle CD, viele Kracher daruf. Laut hören !

https://www.youtube.com/watch?v=NRzbW5XzDKY

Platz 14: Siena Root – Pioneers

Es gibt ja inzwischen viele Bands, die ganz bewusst aus dem Klangfundus der späten 60ger und frühen 70ger schöpfen. Das hier klingt an jeder Stelle wie die großen Acts der damaligen Zeit. Riffs und (Orgel-Gitarre-) Duelle, die an Deep Purple oder Uriah Heep erinnern. Wer sowas für anachronistisch hält, darf gerne was anderes hören. Wer in dieser Zeit musikalisch sozialisiert wurde, hat knapp 40 Minuten lang ein ziemlich breites Grinsen im Gesicht. Ja, die Jungs aus Schweden haben ihre Vorbilder studiert.

https://www.youtube.com/watch?v=9pUowDMvH8w

Platz 13: Pain of Salvation – Falling home

Ich mag diese Band seit jeher. Egal, ob das noch ProgMetal war (und ich fand die schon immer stilistisch abwechslungsreicher als Opeth, mit deren PM ich nicht so viel anfangen konnte), ob es die Road Salt Alben waren oder jetzt dieses unplugged Werk. Derartige Songs akustisch zu arrangieren und dann sowas abgefahrenes daraus zu basteln, das ist schon großes Kino. Wäre die CD früher im Jahr erschienen, hätte sie bestimmt noch ein paar Plätze gutmachen können.

https://youtu.be/xBTNe73KhG8

So, Plätze 12-10 folgen morgen …… frohes Fest !

 

Diesen Monat mal schon ein paar Tage eher, dann kann ich mit über die Feiertage auf den Jahresrückblick konzentrieren.

Ja, mein Gott, Jazz-Rock? Warum spielen die so viele Noten? Und so kompliziertes Zeugs? … Leute, das ist ganz einfach: Weil. Sie. Es. Können. Haha hoho hihi. Ich fand ja die erste CD von Ali Neander (das ist jetzt auch schon vier jahre her, wiedie Zeit verfliegt) schon hammergeil und die neue steht dem in nix nach. Wer, wie ich in den 70gern mit Mahavishnu Orchestra, Return to Forever, Weather Report und Brand X aufgewachsen und “sozialisiert” wurde, der mag sowas einfach. Daher ist der Monatstipp für mich sehr logisch: Ali Neander – This on goes to eleven.

Alles weitere wie üblich alphabetisch geordnet:

Gong – I see you ist für Freunde des Gong-Kosmos sehr hörenswert. Hat mich überrascht, dass die sowas in dieser Qualität heute noch abliefern. Alles, was diese Musik ausmacht, ist auch in dieser CD enthalten. Daher uneingeschränkt empfehlenswert.

Gov’t Mule – Dark Side of the Mule. Ein Konzert mit vielen Mule-Klassikern und einem sehr umfangreichen Pink-Floyd-Special. Für Mule Freunde ein Muss. Da ich nicht so der riesengroße Floyd-Fan bin, werde ich das sicherlich nicht in heavy-rotation hören werden.

Yasmine Hamdan – Ya Nass. Ich mag arbaische Musik und ich mag den crossover von arabischer und westlicher (Pop)Musik. Hier ist mir der elektronische Keyboard-Anteil leider zu hoch. Die songs sind toll, mit akustischen Instrumenten wäre das ganz großes Kino geworden …
Gjertrud Lunde – Hjemklang. Wunderbare, wunderschöne Musik. Atmosphäre. Zum Entspannen, zum Genießen, zum Wohlfühlen. (vielen Dank an Christina Lux für diese Empfehlung)

Phish – Fuego und Umphree’s McGee – Similar Skin sind CDs, die Freunde dieser Bands nicht enttäuschen werden.

Bjorn Riis – Lullabies in a car Crash … ähm, ich kann ja schon mit der letzten Cd von Airbag nicht so viel anfangen. Progressive Acts, die in der Tradition von Pink Floyd agieren, sind mir zumeist etwas zu belanglos. So auch diese CD. Das ist alles ganz nett und gefällig, aber irgendwie ist die CD dann gelaufen und ich hatte keinen Aha-Effekt. Tja, sollte jeder für sich selbst entdecken.

Lang wirds diesen Monat, schon mal als Vorwarnung:

Eigentlich wäre die CD des Monats Christina Lux – Live at Maximal-Kulturinitiative Rodgau … Tja, wenn es dieses Konzert (schon/überhaupt) auf CD geben würde … so empfehle ich, sich das auf youtube anzugucken/hören. Dort gibt es – in 16 Teilen – das komplette Konzert. Und es ist so wunderbar, wie ich es selbst auch schon dreimal live erleben durfte und jederzeit wieder tun würde.

Tja, nicht existierende CDs gilden nu ma niche …. trotzdem wars schwierig ….

CD des Monats ist nun Pain of Salvation – Falling Home. Dies ist bereits die zweite unplugged CD von PoS, allerdings muss ich gestehen, die 12:5 nicht zu kennen. Hier geht es direkt mit “Stress” los und was die Jungs allein in dieser Nummer veranstalten, ist bei jedem Hördurchgang eine große Freude. Klar, ProgressiveMETAL ist das gewiss nicht mehr, aber es ist geil gemacht. Auch ne Dio-Nummer als Swing zu covern, das hat was. Sehr gelungen, das ganze.

So, der Rest, wie immer in alphabetischer Reihenfolge:

A Liquid Landscape – The largest Fire known to Man. Kannte ich vorher nicht, diese Band. Und mit Kategorisierungen tu ich mich immer schwer. Die babyblauen-Seiten definieren das als: Independent / Alternative; Neoprog; New Artrock; Rock / Pop / Mainstream; Postrock … ähm, hilft das jetzt weiter? Ich würde es am ehesten unter Art Rock einsortieren wollen, aber GsD gibt es ja youtube, wo jeder mal reinhören kann. Das Album jedenfalls gefällt mir ausgesprochen gut.

The Contortionist – Language Wikipedia sagt Progressive Metal. Ok. Atmosphärische Flächen, filigrane Gitarren, elegische Melodien. Dann wird es härter und Growls bestimmen den Sound (worauf ich, als alter Kastratensänger-Fetischist ja gut und gerne immer verzichten kann) …. das ganze also sehr abwechslungsreich. Ja, guter Tipp aus dem Guitar World Forum.

Wer Kölsch-Rock abseits der üblichen Verdächtigen sucht und das evtl. eher unplugged …. Köster/Hocker – Kumm Jangk scheint ne Entdeckung wert zu sein, hab ich abber erst einmal gehört…. vllt mehr dazu im Dezember.

Wer auf BluesRock der Marke Bonamassa steht, sollte Ryan McGarvey – The Road Chosen eine Chance geben. Wie in diesem Genre üblich, wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber Songs, Gesang und Gitarrenarbeit stimmen. Was will man mehr?

Ein (Orgel-)Jazz-Trio spielt Carl Orffs Carmina Burana? Wenn das interessant klingt, dann wäre Neuzeit – Carmina Variations ein Tipp. Ich habs erst einmal gehört, klingt nett. Könnte aber sein, dass die CD nach zwei bis drei Hördurchgängen im Regal verschwindet …

Jule Malischke – Whatever may happen ist eine junge Songwriterin, deren schöne Songs vom begnadeten Stephan Bormann veredelt wurden. Und was im Waldhausstudio bei Mohi Buschendorf aufgenommen wurde, klingt sowieso immer geil !

Siena Root – Pioneers musste sich ganz ganz knapp dem Monatssieger geschlagen geben. Das klingt so verdammt nach der guten alten Zeit, also nach Deep Purple, Uriah Heep usw …. wer auf 70ger Jahre Hard Rock steht, kommt hier voll auf seine Kosten.

Anm.: ich finde CDs, die randvoll sind, also so knapp 80 Minuten lang, ja oft etwas langatmig, weil da doch recht häufig der ein oder andere Füller drauf ist. Das ist bei den beiden letztgenannten CDs definitiv nicht der Fall. Allerdings sind beide auch nur knapp 40 Minuten lang. Das gibt bei mir auch so einen halben Punkt Abzug. Nur mal als Randbemerkung.

Thank you Scientist – Maps of non-existent Places Boah, voll krass. Gefrickel mit Bläsern und Violine (dafür ohne Keyboards höhö). Das ist – wie sagte ein Kumpel von mir – “welli welli strensch”. Könnte ich auch nicht jeden Tag oder den ganzen Tag hören. Aber extrem geil ist das schon. Auch knapp am Sieg vorbei.

Und dann habe ich noch die Warnung des Monats:

Pink Floyd – Endless River ist eine Stunde lang gähnende Langeweile. Naja, ich weiß es nicht. Ganz am Ende soll ja noch ein Song mit Gesang drauf sein. Ich habe das gar nicht so lange ausgehalten. Der Rest davor ist ein endlos langes Intro mit Passagen, wo man endweder denkt, oh, das kennst du ähnlich (aber besser) von Wish you were here (oder anderen Klassikern) oder aber vollkommen bedeutungsloses Fahrstuhlgesäusel. Sowas würde man, wäre es bei Pink Floyd nicht Gotteslästerung – üblicherweise als Resteverwertung abqualifizieren. Fazit: langweilig, mittelmäßig, redundant, überflüssig. Wird vermutlich kein zweites Mal im CD-Schacht landen.

So, schöne Atzventzkrantzkertzen Euch allen ….
CU soon

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