CD des Monats (2026.01): Fearful Symmetry – I’ve Started So I’ll Finish
Jan. 30th, 2026 by muelrich
Vorbemerkung:
Am 12.12.2025 rief mich ein Berufskollege (zwei Jahre jünger als ich) aus dem Krankenhaus an, er hätte die K-Diagnose und ob ich sein Vertreter sein könnte bzw. nach seinem Tod sein Büro abwickeln würde. Wir wollten uns Anfang Januar zusammensetzen, damit ich mir seine Büroabläufe abgucken kann. Dazu kam es nicht mehr. am 15.1.2026 ist er verstorben. *FUCK*
Vielleicht ist das der Grund, warum meine Plattenvorstellung diesen Monat so begeisterungsschwach ausfällt …… vielleicht habe ich auch einfach die falsche Musik gehört ….
01 Fearful Symmetry – I’ve Started So I’ll Finish
Ja, ich weiß, das ist schon irgendwann 2025 erschienen. Aber bei Spotify haben die sich mit der Veröffentlichung bis dato zurückgehalten (also nur homöopatische Häppchen serviert), so dass ich mir das anderweitig ziehen musste. Und ja, ich finde die Musik prima. Ob das allerdings schon ein Höhepunkt des Jahres sein wird, wage ich mal zu bezweifeln.
02 Elles Bailey – Can’t Take My Story Away
Wie bereits die Vorgängeralben gute, solide Musik im Dunstkreis von Songwriter und Americana.
03 Lucinda Williams – Plays The Beatles From Abbey Road (2024)
Hatte ich auch noch nie was von gehört. Weder von der Künstlerin noch von dieser Platte. Beatles Cover sind ja oft bis meistens dem Original nicht gewachsen (so ganz im Gegensatz zu Bob Dylan Songs *lol*). Das hier gefällt mir ausgesprochen gut. Bis auf die Version von The Long And Winding Road. Die geht irgendwie gar nicht. Aber ansonsten ist das eine sehr hörenswerte Platte.
Atomic Rooster – Circle The Sun
Ja, die Orgel röhrt. Und die ersten Songs erinnern immer wieder mal ein bisschen auch an Deep Purple. Auf die gesamte Spiellänge hin stellt sich aber keinerlei Begeisterung ein.
Danny Bryant – Nothing Left Behind
Blues Rock. Ganz am Anfang ein Aufhorchen: was für ein geiler Gitarrensound mit der Stratocaster. Etwas später: oh, da röhrt die Hammond …. aber mit zunehmender Spieldauer schleicht sich das Gefühl ein, dass das hier auch nur das zwölfndröfzigste Blues Rock Album in meiner Sammlung sein wird, ohne dass sich da noch weitere Aufhorchmomente eingestellt hätten. Definitiv kein Kandidat für das zumeist einzigste Blues-Rock-Top-15 Album jedes Jahr.
Olivia Dean – The Art Of Loving
Popmusik, die im TV beworben wird. Das kann ja eigentlichnur dieser moderen Hüpfdohlen-Shice sein, der sich oftmals R&B schimpft, damit im eigentlichen Sinne aber rein gar nichts zu tun hat …..
Neee, hier ist das anders. Das ist – auch wenn das keine essenzielle Neuentdeckung darstellt – gut gemachte, gelegentlich leicht ange-soft-jazzte Popmusik mit einer angenehmen Stimme.
Martin Griffiths – The Beggar
Ich mochte Beggar’s Opera (zumindest mdst. zwei Alben) und ich mochte auch die Stimme von deren Sänger, Martin Griffiths. Daher mag ich auch diese Veröffentlichung.
Aber: auch wenn ich sonst ja oft kritisiere, wenn Platten nicht mal 40 Minuten lang sind, so sond diese 75 Minuten imho zu lang. Nicht nur die vier akusitischen Bonustracks von 1975 sind irgendwie entbehrlich, auch die 15 regulären Tracks haben durchaus den ein oder anderen Hänger. Gekürzt auf 11-12 Titel gibt das aber ne recht kurzweilige und angenehm zu hörenden Sache.
Yasmine Hamdan – I Remember I Forget
Oriental Pop. Ne alte Platte von ihr fand ich – afair – ziemlich gut. Eigentlich müsste mir das auch jetzt gefallen. Vielleicht sind mir da aber zu viele moderen Beats/Sounds am Start. Auch das hier löst keine Begeisterung aus.
Ines – Hunting The Fox (1994, 2025 Remaster)
Ist mir damals durchgerutscht. Jetzt reingehört. Fazit nach 2 songs: das braucht sich vor den internationalen Größen des Neo-Progs nicht verstecken. Fazit nach Ende: ähm, ja, Neo-Prog halt. Mit Längen. Und gesanglich tu ich mich mit deutschen Produktionen ja regelmäßig schwer ….
Van Morrison – Somebody Tried To Sell Me A Bridge
So schnell da nächste Album von Van the Man ….. Diemal geht es ausschließlich um Blues. Und das ganze 20 Titel lang. Obwohl ich keinen Ausfall ausmachen konnte, finde ich das dennoch zu lang, um über die volle Distanz zu überzeugen. es ist gut, zugleich auch nichts anderes als alter Wein in neuen Schläuchen …..
Alan Morse – So Many Words
Einmal gehört. Für ein Rockalbum nicht rockig genug, für ein Progalbum nicht proggig genug. Keine Ahnung warum, aber da hat mich nichts dran begeistert …
Reckoners – Reckoners
Das ist auch schon von 2024. Irgendwas im Umfeld von Rock, Blues und Soul. Gefällt.
Tief gegraben in den alten Tagen: eine Band, die bei mir total unter dem Radar gelaufen ist: Tempest. Und das, obwohl dort die Rhythmusgruppe von Colosseum (Mark Clarke und Jon Hiseman) sowie Allan Holdsworth (!) und sein späterer Sänger Paul Williams (der mich durchaus vom Timbre her an Jack Bruce erinnert) mitmischen. Und so ist auch die erste Tempest – Tempest (1973) ein richtig geiles Jazz-Rock Album mit recht individueller Melodik, welches ich jedem Jazz-Rock Fan wärmstens ans Herzen legen kann. Tempest – Living In Fear nat mit Jazz Rock so gut wie nichts mehr zu tun und Holdsworth und Williams sind von Bord gegenagen und wurden durch Ollie Halsall ersetzt. Keine schlechte Musik, aber dem Vorgänger weit unterlegen. Tempest – Under The Blossom: The Anthology bietet außer diesen beiden Alben noch eine BBC Session der ersten Besetzung, was sich dann wieder lohnt.
Und wie jeden Monat: die Top-15 der letzten 12 Monate:
01 (01) Dream Theater – Parasomnia
02 (02) Karmakanic – Transmutation
03 (03) A.C.T – Eternal Winter
04 (04) Little Feat – Strike Up The Band
05 (05) Jacob Roberge – The Passing
06 (06) Darwin – Distorted Mirror
07 (12) Joanne Shaw Taylor – Black & Gold
08 (07) Voyager IV – Rheingold
09 (08) Solstice – Clann
10 (10) Colosseum – XI
11 (09) Finally George – Painter
12 (11) It Bites – Live & Natural
13 (14) Marcus Deml – Pure
14 (-) Steve Morse Band – Triangulation
15 (13) Solstice – Return To Cropedy