CD-Einzelrezension: Green Desert Tree – Fighting Dragons
Apr. 15th, 2026 by muelrich
Als deren erste CD rauskam, war das bei mir recht hoch plaziert. Dann kam Corona und die Band lag auf Eis. Jetzt neu formiert (die Rhythmusgruppe ausgetauscht und der Ex-Bassist ist jetzt der Sänger) gibt es mit einer neuen CD endlich wieder ein Lebenszeichen.
Ein erster Durchlauf, ein Vergleich mit der alten CD …. weniger Bratgitarren, weniger sperrige Elemente …. wie drücke ich mich aus? Homogener? Langweiliger? …. Meine Freundin meinte nach einmaligem Hören der Songs „The Storyteller“ , dass das nix für nebenbei wäre, durchaus hörbar, aber auch irgendwie immer das gleiche …… mmmmmh?
Ich bin ja jetzt schon beim mdst vierten Durchlauf und ja, der Song besteht im wesentlichen aus zwei Gesangsteilen (nennen wir die Strophe und Refrain). Das wird aber sehr geschickt aufgebaut und variiert. Zunächst die Strophe, im wesentlichen begleitet durch eine „Jahrmarkts“-Orgel. Dann der erste Refrain, auch das noch nicht rockend. Dann wird es rockiger, denn die erste Strophe kommt instrumental noch mal wieder. Dann der Refrain rockig. Eine Abwechslung kommt im ersten Mittelteil, auch weil der Dreivierteltakt verschwindet. Die nächste Strophe verbindet dann die instrumentale Melodie mit der gesungenen …. usw (hab ich jetzt mal aus dem Gedächtnis rekapituliert). Jedenfalls ist das alles andere als langweilig und wächst mit jedem Hördurchlauf.
Und diese Beschreibung passt auch auf die anderen Tracks der CD.
Im Pressetext (den abzuschreiben, spare ich mir) werden Referenzen angegeben, die ich nicht dementieren möchte, meine Assoziationen waren allerdings andere:
Melodie oder auch Synthsound des instrumentalen Openers ließen mich an Camel denken.
Die Jahrmarkstorgel von Track 2 an die von mir geliebten A.C.T.
Weitere Assoziationen waren Argos (obwohl hier keinerlei Canterbury erkennbar ist) oder auch Finally George (was den melodischen, aber nicht rockenden Gesang betrifft).
Freunde der genannten Bands sowie eh alle Retro- oder Neo-Prog Afficionados sollten hier definitiv mal reinhören. Lohnt sich.
Und vielleicht erlebe ich diese Band jetzt endlich mal auf einer Bühne. Bei der Berliner Prog Night 2020 sollte GDT ja eigentlich spielen, was dann aber nicht klappte. Naja, Mt. Amber und Voyager IV waren damals aber auch hammergeil ,-)